Kompletter Scrambler-Umbau einer Interceptor 650, ohne den Rahmen zu kürzen
Diese Royal Enfield Interceptor 650 von 2023 wurde umgebaut, um zu zeigen, dass sich ein vollständiges Motorrad im Scrambler-Stil verwirklichen lässt, ohne den Rahmen dauerhaft zu verändern.
Dieser Umbau vereint die meisten Scrambler-Komponenten, die Bonvent Motorbikes für die Royal Enfield 650-Plattform entwickelt hat. Das Heck wirkt kürzer und kompakter, die Front höher und die Mitte des Motorrads leichter. Das Finish in Schwarz und Gold verleiht ihm eine hochwertigere, stimmigere Identität.
Obwohl sich das fertige Motorrad deutlich vom ursprünglichen Roadster unterscheidet, bleiben der hintere Rahmenbügel, die originalen Befestigungspunkte und der originale Kabelbaum vollständig erhalten. Die Bonvent-Komponenten wurden passend zum bestehenden Motorrad entwickelt, sodass dieses nicht dauerhaft an die Teile angepasst werden muss.
Dieser Ansatz ist besonders interessant für Fahrer, die einen eigenständigen Custom-Umbau ihrer Royal Enfield Interceptor 650 verwirklichen und zugleich die Möglichkeit behalten möchten, das Motorrad später wieder in den Originalzustand zu versetzen.
Warum kürzen wir den hinteren Rahmenbügel der Interceptor 650 nicht?
Das Kürzen des hinteren Rahmenbügels ist bei Café-Racer-, Bobber- und Scrambler-Umbauten weitverbreitet. Dadurch lässt sich eine deutlich kürzere Hecklinie erzielen, das Motorrad wird jedoch auch dauerhaft verändert.
Ein dauerhaft gekürzter Rahmen kann die Rückkehr zum Originalzustand erschweren und das Motorrad für künftige Käufer weniger attraktiv machen. Je nach Land können strukturelle Veränderungen zudem zusätzliche Unterlagen erfordern und technische Prüfungen oder Meldungen an die Versicherung komplizierter machen.
Deshalb hat Bonvent eine andere optische Lösung entwickelt. Statt den hinteren Rahmenbügel zu entfernen, verläuft das Scrambler-Heckschutzblech über ihm und verdeckt seinen hinteren Abschnitt.
Die Seiten des Schutzblechs folgen der Form der originalen Rahmenrohre. Aus den üblichen Blickwinkeln scheint der hintere Rahmenbügel unter der Sitzbank und dem Schutzblech zu enden. So entsteht der Eindruck eines wesentlich kürzeren Rahmens, ohne ihn tatsächlich kürzen zu müssen.
Dieser optische Effekt ist eines der charakteristischsten Merkmale des Umbaus. Er verleiht dem Motorrad eine radikale Custom-Silhouette und erhält zugleich seine ursprüngliche Struktur.
Der Heckumbau mit dem Bonvent Scrambler-Kit
Die Umgestaltung des Hecks basiert auf dem Bonvent Scrambler-Kit für Royal Enfield Interceptor 650 und Continental GT 650.
Das Kit vereint die wichtigsten Heckkomponenten zu einem vollständigen und stimmigen Umbau:
- Eine handgefertigte Einzelsitzbank
- Ein hochgesetztes Heckschutzblech, das passend zum originalen Rahmenbügel entwickelt wurde
- Ein kompaktes LED-Rücklicht mit Bremslichtfunktion
- Ein Kennzeichenhalter
- Befestigungspunkte für die hinteren Blinker
- Eine Kennzeichenbeleuchtung
- Modellspezifische Halter und Befestigungsteile
- Eine plug-and-play-Kabellösung für das Heck
Statt voneinander unabhängige Universalteile zu kombinieren, haben wir diese Komponenten so entwickelt, dass sie auf der Royal Enfield 650-Plattform optisch wie mechanisch zusammenpassen.
Eine handgefertigte Einzelsitzbank mit Quersteppung
Die Einzelsitzbank verleiht der oberen Linie des Motorrads eine flachere und kompaktere Form. Die gepolsterte Quersteppung ist nicht rein dekorativ. Sie sorgt für eine bequeme Sitzfläche und bewahrt zugleich die schmalen Proportionen, die man von einer klassischen Scrambler-Sitzbank erwartet.
Das Bonvent-Logo ist dezent seitlich am Bezug angebracht. Je nach gewünschter Farbgebung ist die Sitzbank mit schwarzem oder braunem Finish erhältlich.
Bei diesem Umbau ergänzt die schwarze Sitzbank mit Quersteppung die einfarbige Karosserie. Dadurch kommen die goldenen Details am Tank und die Ausgleichsbehälter der hinteren Stoßdämpfer als Farbakzente zur Geltung.
Ein verdeckter Leuchtenhalter und ein kompaktes Rücklicht
Der Halter der Heckbeleuchtung ist unter dem Schutzblech und dem Sitzbankbereich verborgen. Dadurch bleibt das Rücklicht optisch vom Rahmenbügel getrennt, was die Illusion eines verkürzten Hecks unterstützt.
Das kompakte Rücklicht vereint Schlusslicht- und Bremslichtfunktion, ohne ein großes Gehäuse hinter der Sitzbank hinzuzufügen. Der Kennzeichenhalter besitzt einen anpassbaren Befestigungsbereich und eignet sich dadurch für zahlreiche internationale Kennzeichenformate.
Die Befestigungspunkte für die hinteren Blinker befinden sich auf beiden Seiten des Kennzeichens. So bleiben die Blinker fluchtend und symmetrisch angeordnet, ohne die klare Linie des Heckschutzblechs und der Sitzbank zu beeinträchtigen.
Ein zweiteiliges hohes Vorderschutzblech
Die erhöhte Frontlinie entsteht durch das hohe Bonvent Vorderschutzblech für Interceptor 650 und Continental GT 650.
Das System besteht aus zwei einander ergänzenden Teilen.
Das obere Schutzblech erzeugt die hohe, von Scramblern und Rallye-Motorrädern inspirierte Silhouette. Es ist über dem Reifen deutlich sichtbar und verändert sofort die optische Balance der Motorradfront.
Der untere Teil bleibt nah am Rad. Er hilft dabei, hochspritzendes Wasser und Schmutz vom Fahrer und vom unteren Bereich des Motorrads fernzuhalten. Damit bietet er einen praktischen Schutz, der bei einem rein dekorativen hohen Schutzblech entfallen würde.
Die Kombination beider Teile unterstreicht den Scrambler-Charakter, ohne die Alltagstauglichkeit auf der Straße zu vernachlässigen. Das Ergebnis wirkt durchdachter, als lediglich das Originalschutzblech zu entfernen und ein kleines oberes Schutzblech zu montieren.
Mitas-Stollenreifen auf den originalen 18-Zoll-Rädern
Die straßenorientierten Originalreifen wurden durch Mitas-Stollenreifen ersetzt, um die Scrambler-Proportionen zu betonen.
Vorn ist ein Reifen in 120/90-18 und hinten ein Reifen in 140/80-18 montiert. Ihr höheres Profil und das ausgeprägte Profilbild verleihen der Interceptor 650 einen kräftigeren Auftritt als in der ursprünglichen Straßenkonfiguration.
Der breitere Hinterreifen füllt den Raum unter dem hochgesetzten Schutzblech aus. Der Vorderreifen in 120/90-18 harmoniert optisch mit dem zweiteiligen hohen Vorderschutzblech und schafft eine markantere Silhouette, die von klassischen Enduros und Scramblern inspiriert ist.
Diese Reifenwahl prägt den Stil des Motorrads wesentlich. Vor dem Nachbau einer ähnlichen Konfiguration müssen stets die Kompatibilität mit den Felgen, die Freiräume rund um die Reifen, der Reifendruck und die Eignung für den Straßeneinsatz geprüft werden.
Schmale Seitendeckel für eine offenere Motorradmitte
Die originalen Royal Enfield Seitendeckel wurden durch die schmalen Bonvent Seitendeckel ersetzt.
Durch ihre kleinere Form geben sie mehr vom Rahmen frei und reduzieren optisch das Volumen zwischen Sitzbank und Motor. Die Mitte des Motorrads wirkt dadurch mechanischer und offener.
Die länglichen Belüftungsöffnungen folgen der horizontalen Ausrichtung der Motorkühlrippen. Dadurch entsteht eine optische Verbindung zwischen den Seitendeckeln und dem Reihenzweizylinder, statt die Verkleidungsteile wie isolierte, rein dekorative Anbauteile wirken zu lassen.
Die schmalen Seitendeckel übernehmen das Befestigungssystem und das Schloss der Originalteile. Da sie kleiner als die serienmäßigen Verkleidungsteile sind, kann es erforderlich sein, das dahinter untergebrachte Bordwerkzeug neu anzuordnen.
Motorabdeckungen und Wärmeabweiser als optische Einheit
Die Mitte dieses Umbaus wird durch die Bonvent Motorabdeckungen für Interceptor 650 und GT 650 sowie das Paar Bonvent Wärmeabweiser vervollständigt.
Motorabdeckungen mit Rippenstruktur
Die Motorabdeckungen besitzen horizontale, rippenförmige Details, die in dieselbe Richtung wie die Zylinderkühlrippen der Royal Enfield verlaufen.
Sie schaffen eine durchgängigere schwarze Fläche um den unteren Motorbereich und verleihen dem Motorrad einen markanteren, aggressiveren mechanischen Charakter. Außerdem bilden die Abdeckungen eine physische Barriere um die originalen Motorgehäuse.
Sie sind kein Ersatz für spezielle Schutzbügel oder einen strukturellen Motorschutz, können aber dazu beitragen, die originalen seitlichen Motorgehäuse vor leichten Berührungen und kleinen oberflächlichen Schäden zu schützen.
Wärmeabweiser im Bereich der Einspritzdüsen
Die kleinen Wärmeabweiser werden weiter oben am Motorrad in der Nähe der Einspritzdüsen und des oberen Motorbereichs montiert.
Ihre wichtigste praktische Aufgabe besteht darin, bei Stau, warmem Wetter und niedriger Geschwindigkeit einen Teil des warmen Luftstroms von den Beinen des Fahrers wegzuleiten. Optisch führen ihre horizontalen Linien die Formensprache der Motorabdeckungen und Seitendeckel fort.
Gemeinsam erzeugen Seitendeckel, Wärmeabweiser und Motorabdeckungen einen mehrschichtig aufgebauten Mittelbereich, der wie ein vollständig abgestimmtes System wirkt.
VERWENDETE TEILE
Entdecke die verwendeten Teile
Entdecke die modellspezifischen Bonvent Teile, die für den Aufbau dieses Motorrads verwendet wurden.
Eine einfache schwarze Folierung verwandelt den Originaltank
Der Tank bleibt das Originalteil von Royal Enfield. Seine serienmäßige Lackierung kombinierte ursprünglich Schwarz und Gold mit einem kontrastierenden roten Bereich an der Unterseite.
Statt den gesamten Tank neu zu lackieren, wurde ein kleines Stück schwarze Vinylfolie auf den roten Bereich aufgebracht. Diese vergleichsweise einfache und erschwingliche Änderung verändert den Gesamtstil deutlich.
Durch den Wegfall des roten Akzents entsteht eine zurückhaltendere Farbpalette in Schwarz und Gold. Der goldene Streifen am Tank harmoniert zudem ganz natürlich mit den goldenen Ausgleichsbehältern der hinteren Stoßdämpfer.
Eine weitere Variante wäre, diese Farbgebung mit goldenen Rädern oder goldenen Details an den Rädern zu kombinieren. Dadurch würde die optische Verbindung zwischen Tank und Fahrwerk verstärkt, während das Motorrad überwiegend schwarz bliebe.
Kompakte Retro-LED-Blinker und plug-and-play-Verkabelung
Die Originalblinker wurden durch die Bonvent Retro-Mini-LED-Blinker ersetzt.
Ihre kompakte runde Form passt besser zur klassischen Ausrichtung dieses Scramblers als ein extrem modern gestalteter, streifenförmiger Blinker. Sie bleiben optisch dezent und fügen sich zugleich stimmig in einen von klassischen Motorrädern inspirierten Royal Enfield Umbau ein.
Für die elektrische Installation kommen spezielle Blinkeradapter für Interceptor 650 und GT 650 zum Einsatz. Damit lassen sich Zubehörblinker an die originalen Royal Enfield Steckverbinder anschließen, ohne den serienmäßigen Kabelbaum zu durchtrennen oder zu verändern.
Am Heck stellt der Heckkabelbaum-Adapter für Royal Enfield die Anschlüsse für Rücklicht, Bremslicht, Kennzeichenbeleuchtung und hintere Blinker bereit.
Da LED-Blinker weniger Strom als die Originalglühlampen aufnehmen, kann das Motorrad die geringere Last als defekten Blinker erkennen und die Blinkfrequenz erhöhen. Falls erforderlich, können plug-and-play-LED-Widerstände ergänzt werden, um wieder eine normale Blinkfrequenz herzustellen.
Plug and play bedeutet nicht beliebig
Eines der Ziele dieses Umbaus war es zu zeigen, dass eine unkomplizierte Montage nicht zwangsläufig zu einem Motorrad mit beliebigem Stil führt.
Heckschutzblech, Sitzbank, Seitendeckel, Motorabdeckungen, Wärmeabweiser und hohes Vorderschutzblech wurden passend zu den Proportionen und Befestigungspunkten der Royal Enfield 650-Plattform entwickelt.
Bei diesem konkreten Umbau gilt:
- Der originale hintere Rahmenbügel blieb erhalten.
- Der Rahmen musste nicht gekürzt werden.
- Es waren keine Schweißarbeiten erforderlich.
- Für die Bonvent-Komponenten waren keine dauerhaften Bohrungen erforderlich.
- Der originale Kabelbaum wurde weder durchtrennt noch verändert.
- Die originale Befestigungsstruktur bleibt erhalten.
- Der Umbau kann demontiert und die Originalteile können wieder montiert werden.
Das Ergebnis ist ein Motorrad, das grundlegend verändert wirkt und die ursprüngliche Plattform mechanisch dennoch respektiert.
Mit der Continental GT 650-Plattform kompatibel
Obwohl dieser Umbau an einer Interceptor 650 umgesetzt wurde, sind die hier vorgestellten zentralen Bonvent-Komponenten auch für die Royal Enfield Continental GT 650 ausgelegt, sofern dies auf der jeweiligen Produktseite angegeben ist.
Interceptor 650 und Continental GT 650 teilen einen großen Teil ihrer Plattform. Daher können derselbe Heckumbau sowie dieselben Seitendeckel, Motorabdeckungen, Wärmeabweiser, Blinkeradapter und hohen Vorderschutzbleche an beiden Modellen verwendet werden.
Aufgrund des Tanks, des Lenkers und der Sitzposition der GT 650 fällt das Endergebnis anders aus. Dieselben Teile können jedoch als Basis für einen Scrambler-Umbau oder einen aggressiveren Custom-Roadster auf Grundlage der Continental GT 650 dienen.
Das Ergebnis: eine moderne Royal Enfield mit klassischer Scrambler-Identität
Diese Interceptor 650 in Schwarz und Gold zeigt, wie mehrere aufeinander abgestimmte Veränderungen das Motorrad wirkungsvoller verwandeln können als ein einzelnes optisches Anbauteil.
Das hochgesetzte Vorderschutzblech und die Stollenreifen bestimmen die Scrambler-Haltung. Der Heckumbau verkürzt die Linie optisch, ohne den Rahmen zu kürzen. Die schmalen Seitendeckel öffnen die Mitte des Motorrads, während Motorabdeckungen und Wärmeabweiser eine markantere mechanische Identität schaffen.
Die kleine Folierung am Tank ist ein ebenso wichtiges Detail. Durch die Vereinfachung der ursprünglichen Lackierung harmonieren die goldenen Akzente und schwarzen Komponenten über das gesamte Motorrad hinweg.
Der fertige Umbau wirkt aggressiver als die originale Interceptor 650, ohne den geradlinigen mechanischen Charakter des Royal Enfield 650-Reihenzweizylinders zu verlieren.
Entdecke unser gesamtes Sortiment an Custom-Teilen für die Royal Enfield Interceptor 650 oder nutze das Produktkarussell oben, um die an diesem Umbau montierten Bonvent-Komponenten anzusehen.