Ein Kundenumbau, entstanden aus einer Konzeptdarstellung
Die meisten Bonvent-Umbaugeschichten zeigen Motorräder, die wir selbst in Frankreich entwerfen und aufbauen. Diese ist anders: Sie handelt von Mathias Collmans Motorrad. Mathias hatte eine ganz genaue Vorstellung davon, lange bevor es die für den Umbau erforderlichen Teile überhaupt gab.
Mathias wusste genau, was er wollte. Weder ein gewöhnliches Tail Tidy noch eine flache Universalsitzbank kamen für ihn infrage. Er wollte einen Einzelsitz in Verbindung mit einem hinteren Schutzblech, das über dem Heckrahmen sitzt – eine Konstruktion, die das Motorrad optisch verkürzt und den Eindruck erweckt, der Heckrahmen sei gekürzt worden. Ganz im Stil klassischer Scrambler der 1960er-Jahre, deren Heck in einem klar gezeichneten Rahmenbügel endete.
Als Bonvent die erste Konzeptdarstellung des Kits für die Interceptor 650 mit Einzelsitz und einem hinteren Schutzblech mit Trompe-l’œil-Effekt veröffentlichte, erkannte er darin sofort seine Idee. In seinen eigenen Worten:
« J’ai cherché partout dans le monde et attendu un kit comme celui que vous avez développé, avec un garde-boue arrière qui vient se poser par-dessus l’arrière du cadre. Puis vous avez partagé un visuel du concept : j’ai été immédiatement conquis, car c’était exactement comme cela que je l’imaginais. »
Das fertige Motorrad verbindet Bonvent-Teile mit Mathias’ eigenen Entscheidungen, darunter eine außergewöhnliche Einzelanfertigung der Auspuffanlage. Es zeigt, wie weit sich die Interceptor 650 in Richtung eines klassischen Scramblers entwickeln lässt, ohne ihre uneingeschränkte Alltagstauglichkeit auf der Straße zu verlieren.
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Warum eignet sich die Royal Enfield Interceptor 650 so gut für einen Scrambler-Umbau?
Die Interceptor 650 ist eines der Motorräder aus aktueller Produktion, die sich am natürlichsten als Basis für einen Scrambler eignen. Ihr luftgekühlter Parallel-Twin, der Doppelschleifenrahmen aus Stahl, die beiden hinteren Federbeine und die 18-Zoll-Räder bringen bereits die Proportionen eines klassischen britischen Motorrads mit.
Das Serienmodell ist allerdings als Roadster ausgelegt. Die lange Zweisitzer-Sitzbank, das vollformatige hintere Schutzblech und der sichtbare hintere Teil des Rahmens verleihen dem Motorrad ein schwereres, konventionelleres Heck.
Genau an diesem Heck entscheidet sich, ob ein Scrambler-Umbau überzeugt. Es lediglich mit einem Tail Tidy zu verkürzen, ändert weder etwas an der langen Sitzbank noch am freiliegenden hinteren Teil des Rahmens. Den Rahmen zu kürzen löst zwar das optische Problem, verändert das Motorrad aber dauerhaft und kann in vielen Ländern zu Schwierigkeiten bei der Zulassung führen.
Der bei diesem Umbau gewählte Ansatz von Bonvent löst dasselbe Problem ganz ohne Säge.
Das Bonvent-Kit mit Einzelsitz und hinterem Schutzblech mit Trompe-l’œil-Effekt
Das Herzstück von Mathias’ Umbau ist das Bonvent-Heckumbaukit für die Interceptor 650: ein Einzelsitz in Verbindung mit einem hinteren Schutzblech, das nicht unterhalb, sondern über den Rohren des Heckrahmens verläuft.
Da das Schutzblech auf dem Rahmen aufliegt, bindet es dessen hinteren Teil optisch in die Verkleidung des Motorrads ein. Von der Seite betrachtet scheint das Motorrad direkt hinter der Sitzbank zu enden – als wäre der Heckrahmen gekürzt und mit einem Bügel abgeschlossen worden. Genau darin liegt der Trompe-l’œil-Effekt: Der Rahmen bleibt vollständig intakt, das Auge nimmt jedoch ein gekürztes Heck mit Abschlussbügel wahr.
Allein diese konstruktive Entscheidung verändert die gesamte Silhouette der Interceptor 650. Das Motorrad erhält auf Anhieb das kurze, horizontale und markante Heck, das klassische Scrambler auszeichnet – ohne den Originalrahmen zu schneiden, zu schweißen oder anzubohren und ohne die Zulassung oder den Wiederverkaufswert des Motorrads zu beeinträchtigen. Du brauchst lediglich das Kit abzunehmen und die Originalteile wieder zu montieren, um die Interceptor in ihren Werkszustand zurückzuversetzen.
Der zum Kit gehörende Einzelsitz folgt demselben Prinzip: Sein kürzeres und flacheres Profil setzt die Linie des Tanks fort und endet dort, wo das Schutzblech beginnt. Anders als eine dicke Zweisitzer-Sitzbank reicht er nicht bis über das Hinterrad.
Ein zweiteiliges System für das vordere Schutzblech: hohes Scrambler-Schutzblech und Mini-Schutzblech
An der Front kommt das zweiteilige Bonvent-System für das vordere Schutzblech der Interceptor 650 zum Einsatz.
Das hohe vordere Schutzblech wird unter der unteren Gabelbrücke und deutlich oberhalb des Rades montiert – an der klassischen Position von Scramblern und Enduros. Es sorgt für die sofort erkennbare Offroad-Optik und schützt die Vorderseite des Motors vor Schlamm, den das Vorderrad aufwirbelt.
Das vordere Mini-Schutzblech ersetzt das vollformatige Originalschutzblech direkt über dem Reifen. Es bietet weiterhin einen eng am Rad anliegenden, dezenten Schutz und reduziert Spritzwasser und Schmutz an den Tauchrohren der Gabel sowie am unteren Teil des Motors. In der Gesamtsilhouette bleibt es dabei nahezu unsichtbar.
Beide Teile sind im Bonvent-Shop separat erhältlich. Du kannst nur das hohe Schutzblech für einen besonders puren Scrambler-Stil montieren, nur das Mini-Schutzblech für eine minimalistische Roadster-Front oder beide zusammen, wie Mathias es getan hat.
Die Wirkung dieser beiden Änderungen – des Heckkits und des Systems für das vordere Schutzblech – ist unmittelbar sichtbar. Schon der Austausch dieser Teile genügt, damit die Interceptor 650 nicht länger wie ein serienmäßiger Roadster wirkt, sondern den Stil eines klassischen Scramblers annimmt, noch bevor ein einziges weiteres Teil verändert wird.
Der Orange-Crush-Tank: eine Serienfarbe wie gemacht für diesen Umbau
Mathias’ Interceptor behält ihren originalen Orange-Crush-Tank – eine der markantesten Farben, die Royal Enfield für seine 650er-Zweizylinder angeboten hat.
Am serienmäßigen Roadster setzt Orange Crush einen lebendigen Akzent. Bei einem Scrambler-Umbau entfaltet die Farbe jedoch eine ganz andere Wirkung: Sie erinnert unmittelbar an Desert Sleds und Wettbewerbs-Scrambler der späten 1960er- und der 1970er-Jahre, als auffällige orangefarbene und goldene Tanks bei Rennmaschinen weit verbreitet waren.
Neben dem schwarzen Einzelsitz, den schwarzen Schutzblechen und dem schwarzen Cockpit dieses Umbaus wird der orangefarbene Tank zum einzigen Farbakzent des Motorrads. Die bei goldenem Abendlicht auf Feldern aufgenommenen Fotos zeigen sehr deutlich, warum diese Kombination funktioniert.
Eine einzigartige, handgefertigte, hochgelegte 2-in-1-Auspuffanlage aus Thailand
Das persönlichste Teil dieses Umbaus ist zugleich dasjenige, an dem Bonvent keinerlei Anteil hatte – und es verdient, entsprechend gewürdigt zu werden.
Die hochgelegte 2-in-1-Auspuffanlage wurde von einem thailändischen Schweißer maßgefertigt, der für WSW Customs arbeitet. Die Werkstatt aus Thailand ist unter Royal-Enfield-Besitzern für ihre handgefertigten Auspuffanlagen bekannt. Während der Pandemie verkaufte der Hersteller seine Arbeiten über einen eBay-Shop ins Ausland. So gelangten Anlagen wie diese an Motorräder in aller Welt.
Die Führung entspricht dem typischen Aufbau von Wettbewerbs-Scramblern: Beide Krümmer verlaufen seitlich am Motor entlang und münden anschließend in einen einzelnen, hochgelegten Schalldämpfer auf Höhe der Sitzbank. In Verbindung mit dem Trompe-l’œil-Heck verstärkt diese angehobene Auspuffanlage den Eindruck eines Motorrads, das eher für Pisten als für Boulevards gebaut wurde.
Eine hochgelegte Auspuffanlage dieser Art verändert die Wärmeführung und die Möglichkeit, einen Sozius mitzunehmen. Geräuschpegel und Zulässigkeit im Straßenverkehr hängen vollständig von der jeweiligen Anlage und den örtlichen Vorschriften ab. Wenn dich dieser Aufbau inspiriert, solltest du ihn wie jede einzigartige Auspuffanlage als Maßanfertigung und nicht als regulär erhältliches Katalogteil betrachten.
Tracker-Lenker, Lenkerendenspiegel und Scrambler-Reifen
Das Cockpit folgt dem Tracker-Stil: Ein schwarzer Tracker-Lenker, breiter und flacher als der serienmäßige Lenker, wird mit Lenkerendenspiegeln kombiniert. Dadurch bleibt der Bereich über dem Lenker frei und die Front des Motorrads wirkt optisch leichter.
Die Sitzposition wird etwas aufrechter und bestimmter – passend zu einem Motorrad, das nun so aussieht, als könne es jederzeit den Asphalt verlassen.
Scrambler-Reifen mit grobem Profil vervollständigen den Umbau. Auf den 18-Zoll-Speichenrädern der Interceptor prägt dieses Profil die Offroad-Identität des Motorrads stärker als fast jedes Anbauteil und bleibt zugleich uneingeschränkt für den täglichen Straßeneinsatz geeignet.
Das Rücklicht: eine minimalistische Alternative zum Bonvent-Modell
Ein Detail unterscheidet Mathias’ Umbau von der üblichen Ausführung des Bonvent-Heckkits: das Rücklicht.
Unser Bonvent-Kit wird normalerweise durch unser eigenes Rücklicht ergänzt, das sich in das Schutzblech einfügt und den klassischen Charakter des Umbaus unterstreicht. Mathias entschied sich für eine andere Lösung: ein Mini-Rücklicht unter dem hinteren Schutzblech.
Das Ergebnis lässt sich aufrichtig aus zwei Perspektiven betrachten. Unter dem Schutzblech verschwindet das Mini-Rücklicht beinahe vollständig und verleiht dem Heck eine noch minimalistischere und reduziertere Linie als das ursprüngliche Kit. Im Gegenzug geht ein Teil des klassischen Charakters verloren: Ein sichtbares Rücklicht in traditioneller Form ist selbst ein zeittypisches Detail. Darauf zu verzichten, rückt den Umbau etwas stärker in Richtung eines modernen Minimalismus.
Keine der beiden Entscheidungen ist falsch. Genau solche Details verleihen einem Kundenumbau seine persönliche Note. Zugleich zeigen sie, dass das Bonvent-Heckkit als Basis für unterschiedliche Beleuchtungskonfigurationen dienen kann, statt einen einzigen, unveränderlichen Stil vorzugeben.
VERWENDETE TEILE
Entdecke die verwendeten Teile
Entdecke die modellspezifischen Bonvent Teile, die für den Aufbau dieses Motorrads verwendet wurden.
Ein Kundenumbau auf Bonvent-Basis
Mathias’ Interceptor 650 vereint beide Seiten eines gelungenen Kundenumbaus.
Die Bonvent-Teile übernehmen die strukturelle Verwandlung: das Trompe-l’œil-Heck, das den Rahmen gekürzt erscheinen lässt, ohne ihn anzutasten, sowie das zweiteilige System für das vordere Schutzblech, das die Scrambler-Optik schafft. Genau diese Teile waren anderswo nicht zu finden – und der Grund, warum Mathias nach eigener Aussage weltweit gesucht hatte, bevor die Konzeptdarstellung veröffentlicht wurde.
Die persönlichen Entscheidungen geben dem Motorrad seinen individuellen Charakter: der Orange-Crush-Tank, die handgefertigte Auspuffanlage aus Thailand, das Tracker-Cockpit und das minimalistische Rücklicht unter dem Schutzblech. Keines dieser Elemente stammt aus demselben Katalog – und genau darin liegt der Reiz.
Bonvent Motorbikes entwickelt seine Teile in Frankreich passend zu den originalen Befestigungspunkten, dem Kabelbaum und den Proportionen des jeweiligen Motorrads und versendet sie anschließend weltweit. Fahrer in Frankreich, Großbritannien, den USA, Europa, Australien und weiteren Märkten können dieselben Hauptkomponenten als Ausgangspunkt verwenden. Dabei müssen sie die örtlichen Anforderungen an Beleuchtung, Auspuffgeräusch und Fahrzeugkontrollen prüfen.
Das Ergebnis: eine Interceptor 650 mit der Silhouette eines echten klassischen Scramblers
Das Ergebnis ist eine Royal Enfield Interceptor 650, die aus zwanzig Metern Entfernung wie ein echter klassischer Scrambler wirkt und beim Näherkommen ihre Details offenbart: das über dem Rahmen sitzende Schutzblech, das zweiteilige vordere Schutzblech, die handgeschweißte Auspuffanlage und der einzelne orangefarbene Akzent inmitten des schwarzen Gesamtbilds.
Und weil der Rahmen nie gekürzt wurde, lässt sich das Motorrad jederzeit wieder in seinen Originalzustand versetzen. Genau für dieses Gleichgewicht wurde das Bonvent-Kit entwickelt.
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